Smart Home - Fluch oder Segen?

Ein geübter Einbrecher benötigt nur wenige Sekunden, um einfache Fenster per Schraubendreher zu öffnen. Eine mögliche Hilfe sind spezielle Einbruchssicherungen, die – beispielsweise in Form einer verstärkten Verglasung – den Widerstandswert steigern. Aushebelsperren oder abschließbare Fenstergriffe sind andere mechanische Vorrichtungen, die potentielle Einbrecher vor große Probleme stellen. Doch heutzutage gibt es auch viele Smart-Home-Optionen, die Einbrecher in ihren Vorhaben einschränken.

Smart Home - Fluch oder Segen?

Die Risiken eines Einbruchs minimieren – mit guten nachbarschaftlichen Beziehungen

Für den Einbruchschutz gibt es eine Faustregel. Je weniger Kontakt zu den Nachbarn besteht, desto interessanter sind die Objekte für Einbrecher. Schlimmstenfalls weiß der Nachbar in dieser Situation noch nicht einmal, ob vor der Haustür des anderen der Anwohner oder ein Fremder steht. Häufig entscheiden sich Einbrecher in Mehrfamilien- oder Hochhäusern für Wohnungen, die im Parterre oder Hochparterre gelegen sind. Diesen eindeutigen Schluss lassen jährliche Auswertungen durch die Polizei zu. Die Gründe hierfür liegen auf der Hand. Einerseits sind die Fenster von Wohnungen im Erdgeschoss oft schlecht gesichert. Zudem versprechen Erdgeschosswohnungen auch die besten Fluchtmöglichkeiten. Diese vermeintlichen Vorteile nutzen Einbrecher gern zu ihren Gunsten.

Zurückgehende Einbruchszahlen für Deutschland

Der Blick auf die Statistiken beweist dennoch, dass die Einbruchszahlen für Deutschland in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen sind. Wurden landesweit im Jahr 2015 noch über 167.000 Einbrüche verzeichnet, ist dieser Anteil 2018 auf knapp 97.500 gesunken. Für diese Entwicklung – hierbei sind sich Experten sicher – ist insbesondere eine Zunahme an Präventionsmaßnahmen verantwortlich. Dieser Einbruchsschutz lässt sich beispielsweise dadurch verbessern, indem Geräte aus dem eigenen Haus stärker miteinander vernetzt werden. Sogenannte Smart-Home-Anwendungen sind an ein Steuerungselement gekoppelt, über das alle verbundenen Geräte miteinander kommunizieren können. Sind diese Smart-Home-Zentralen einmal eingerichtet, können beliebig viele smarte Geräte miteinander verbunden werden. Dann ist es möglich, die einzelnen Apparate per App durch Smartphones, Tablets oder Computer zu steuern sowie aufeinander abzustimmen.

Bewegungsmelder als eine Lösung für das Einbruchsproblem

Ein Beispiel für die raffinierte Smart-Home-Technik sind unter anderem vernetzte Bewegungsmelder, die pro Stück rund 45 bis 65 Euro kosten. Signalisieren die Geräte Bewegungen im Haus oder der Wohnung, können die Apparate sogenannte Pushnachrichten ans eigene Smartphone versenden. Dadurch werden Mieter oder Hausbesitzer automatisch gewarnt, dass sich etwas im jeweiligen Gebäude befindet. Der Vorteil ist einleuchtend und überzeugend zugleich: Betroffene werden durch die Pushnachricht automatisch via Smartphone informiert. Einer der größten Anbieter für ein solches System ist die Deutsche Telekom. Deren Bewegungsmelder können mit der Magenta Smart-Home-App verbunden werden. Um Fehlalarme zu vermeiden, kann die Empfindlichkeit der Apparate individuell eingestellt werden.

Lichter und Rollläden individuell bedienen

Besteht ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis, können ebenfalls Nachbarn via Pushnachricht informiert werden. Diese Vorgehensweise ist insbesondere für Mieter oder Hausbesitzer empfehlenswert, die sich gerade im Urlaub befinden und im Notfall nicht selbst reagieren können. Außerdem räumt die Smart-Home-Technologie die Möglichkeit ein, die Aktivierung bzw. Deaktivierung von Lichtern oder Rollläden individuell per Handy zu steuern. Dieser Effekt könnte auf Einbrecher sehr abschreckend wirken – beispielsweise dann, wenn sich im Moment des versuchten Einbruchs die Rollläden bewegen. Dieses System birgt im Vergleich zu einer Zeitschaltuhr einen großen Vorteil. Im Notfall haben Haus- und Wohnungsbesitzer dann per Smart-Home-Technologie die Möglichkeit, aktiv und individuell auf Einbrecher zu reagieren. Deshalb ist diese Technik im Bedarfsfall wesentlich effizienter als andere Optionen.

Maximale Sicherheit durch technologische und mechanische Vorkehrungen

Dennoch ist es wichtig, die Smart-Home-Technologie nicht als einzige Lösung für die Prävention eines Einbruchs zu betrachten. Im Zusammenspiel mit mechanischen Sicherungen erzielen diese Methoden schließlich eine besonders große Wirkung. Die mechanische Sicherung verfolgt den Zweck, potentielle Täter gar nicht erst in die eigenen vier Wände eindringen zu lassen. Steht dem Einbrecher jedoch genügend Zeit zur Verfügung, könnte dieser allerdings die mechanische Sicherung überwinden. Daraufhin erfüllt die Elektronik den Zweck, den Angriff wahrzunehmen und dadurch die Tat zu dokumentieren.

Schutznebel als effiziente Sicherheitsmaßnahme

Anschließend kommt die Smart-Home-Technologie zum Einsatz, über die Betroffene beispielsweise die Polizei alarmieren können. Eine andere Option ist plötzlich eintretender Schutznebel, der den Tätern die Sicht versperrt. Dieser Schnutznebel hat sich insbesondere in Geschäften oder Lagerhallen bewährt. Allerdings verfehlt der Nebel auch in den eigenen vier Wänden nicht seinen Zweck. Eine andere Möglichkeiten des smarten Zuhauses sind an Fenstern und Türen aktivierte Kontakte, die Alarme oder Sirenen aktivieren, sobald die Fenster oder Türen geöffnet werden. Die Sensoren setzen sich aus zwei Teilen zusammen und lassen sich durch Klebestreifen zumeist unkompliziert an Tür- oder Fensterrahmen anbringen. Hierbei wird ein Sensor-Teil an der unbeweglichen Zarge und der andere Teil am Rahmen befestigt. Dann funktionieren die Sensoren durch eine magnetische oder optische Erkennung. Öffnet sich ein Fenster oder eine Tür, können sich Betroffene über eine Steuerzentrale auf dem Handy melden oder die Alarmanlage anstellen. Ein hochwertiger Fenstersensor ist bereits ab rund 25 Euro erhältlich. Weil die meisten Smart-Home-Anwendungen auf eine derartige zentrale Steuereinheit angewiesen sind, offerieren einige Anbieter sogar ganze Pakete. Zur Wahl stehen Paketmodule wie "Licht", "Heizung" oder "Sicherheit".

Eine besondere Option: mit dem Einbrecher kommunizieren

Eine besondere Eigenschaft der Smart-Home-Technologie ist die Möglichkeit, dadurch mit dem Täter zu kommunizieren. Dadurch haben Wohn- oder Hausbesitzer die Chance, den Einbrecher auf dessen Entdeckung hinzuweisen und über eine erfolgte Kontaktaufnahme der Polizei zu informieren. Diese Warnung und diese Art der Kontaktaufnahme wirkt auf den einen oder anderen Einbrecher ganz gewiss abschreckend. Dennoch besteht keine direkte Schnittstelle zwischen der Smart-Home-Technologie und Polizei. Und dieses Konzept ist in der Praxis auch sinnvoll. Wird bei jedem Falschalarm die Polizei kontaktiert, dürfte dieses Konzept schon bald alle Kapazitäten der Behörde sprengen. Außerdem gibt es einige formelle Bedingungen, die diesem System entgegenwirken würden. Wer sich auf die Suche nach einem geeigneten Anbieter für die Sicherheitssysteme begeben möchte, kann bei Landeskriminalämtern online in Listen über zertifizierte Handwerker und Fachbetriebe einsehen. Die dort vorgeschlagenen Systeme erfüllen alle wichtigen Anforderungen und befinden sich im Austausch mit Polizei-Spezialisten für Einbruchsprävention.

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