Landflucht durch Mieten-Explosion

Landflucht durch Mieten-Explosion

Zu hohe Wohn- und Mietkosten in Innenstädten lassen Mietern und Käufern nur noch eine Chance. Insbesondere junge Familien weichen auf der Suche nach den eigenen vier Wänden ins Umland aus. Ein Gutachten der Immobilienbranche zeigt nun auf, dass sich auf dem Immobilienmarkt in Deutschland eine Trendwende vollzieht. Weil die Preise in Stadtzentren noch immer ansteigen, ist eine Abwanderung in die städtische Umgebung längst im Gange.

Steigende Immobilienpreise in vielen deutschen Großstädten

Insbesondere jüngere Familien und Berufsanfänger suchen sich einen neuen Wohnsitz im Umland und in Vorstädten. Diese Tendenz geht aus einem neuen Gutachten des ZIA, des Zentralen Immobilien-Ausschusses, hervor. Eine Analyse der aktuellen Immobiliensituation in Deutschland zeigt allerdings, dass diese Entwicklung nur wenig verwunderlich ist. Beispielsweise beweist eine Überprüfung der durchschnittlichen Immobilienpreise aus dem Herbst 2018, dass die Quadratmeterpreise für eine Wohnung innerhalb von zwölf Monaten um 3,9 Prozent angestiegen sind. Dennoch weichen die Werte von Stadt zu Stadt stark voneinander ab. Belaufen sich durchschnittliche Angebotsmieten im Kreis Höxter im Herbst 2018 auf ein Mittel von 4,54 Euro, müssen Einwohner in München mit einem Quadratmeterpreis von 16,54 Euro rechnen. Laut dem Gutachten ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Mieten und Kaufpreise in Deutschlands Städten sowie dem Umland weiter ansteigen.

Übertriebene Preise, aber keine drohende Immobilienblase?

Längst ist bei einer Analyse des Immobilienmarkts in Deutschland von stark übertriebenen Preisen die Rede, die sich auf Großstädte und das Umland auswirken. Dennoch distanzieren sich Immobilienexperten von der Aussage, dass über Deutschland eine Immobilienblase schwebe. Würde eine solche Blase – beispielsweise aufgrund plötzlich ansteigender Zinsen – platzen, würde das Preisniveau abrupt sinken. Diese Gefahr bestehe wohl deshalb beispielsweise nicht, weil Immobilienkäufer ihre eigenen vier Wände nach wie vor recht konservativ finanzieren würden. Vielmehr sei für die steigenden Immobilienpreise die Tatsache verantwortlich, dass zunehmend mehr Menschen in Städte ziehen und ein unausgeglichenes Angebot-Nachfrage-Verhältnis herrscht.

Baukindergeld scheint das Problem nicht zu lösen

Dieses Problem würde auch nicht durch das neue Baukindergeld gelöst werden, das Verkäufer der Immobilien immer häufiger einfach zum Verkaufspreis hinzu addieren. Erschwerend kommt hinzu, dass dieser Zuschuss nach aktuellem Stand der Dinge insbesondere den Familien zusteht, die eigentlich gar nicht auf die Unterstützung angewiesen sind. Das Baukindergeld räumt Häuslebauern über einen Zeitraum von zehn Jahren eine Förderung von 12.000 Euro je Kind ein. Bislang wurden etwa 70.000 Förderzusagen erteilt. Als preistreibend wirkt sich aus Sicht der Immobilienbranche ebenfalls ein befristeter Steuerbonus für Mietwohnungsbau aus, der mittlerweile vom Bundestag beschlossen wurde. Außerdem wäre es auch nicht zielführend, wenn größere Städte wie Berlin (Immobilienmakler Berlin) eine Vielzahl neuer Wohnungen ankaufen.

Neuer Wohnraum ist nötig

Immobilienexperten sind sich einig: die hohe Nachfrage lässt keinen anderen Schluss zu, als immer mehr Wohnraum zu erschaffen. Um diese Pläne in die Tat umzusetzen, sind neben schnelleren Genehmigungen und Planungen dauerhafte Steuererleichterungen erforderlich. Die Regierung stellt für 2020 einen steuerlichen Bonus für energetische Sanierungen in Aussicht. Doch derzeit ist dieses Versprechen noch Zukunftsmusik. In diese Diskussion mischt sich auch CDU-Politiker Marco Wanderwitz ein, der für einen Aufbau von mehr öffentlichen Arbeitsplätzen in ländlichen Gefilden plädiert. Seine Intention liegt auf der Hand: auf diese Weise sollen mehr Menschen in Regionen ziehen, die derzeit noch verlassen und einsam wirken. Doch seiner Meinung nach könne auf diese Weise ein Teil des städtischen Wohnungsmangel-Problems gelöst werden.

Hohe Immobilienpreise sind noch nicht in allen deutschen Städten angekommen

Wie Harald Simons als Vorstand des Forschungsinstituts Empirica bestätigt, sind vom Preisanstieg der Kaltmieten allerdings längst nicht alle deutschen Großstädte betroffen. Die Rede ist in erster Linie von sogenannten altindustriellen Städten, an denen der Preisanstieg der Immobilien bislang weitgehend vorübergegangen ist. In Städten wie Oberhausen, Bottrop, Chemnitz oder Halle sind Immobilienpreise noch immer vergleichsweise gering. Diese Zustände eröffnen Investoren und Mietern neue Perspektiven. An diesem Punkt könnte die Immobilienbranche ansetzen.

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