Begrünte Häuser und Dächer

Zur Herbstzeit erstrahlen sie in allen vorstellbaren Farbtönen – kunterbunte Hausfassaden, an denen Weinreben und andere Kletterpflanzen gedeihen. Bepflanzte Hauswände brillieren allerdings nicht nur mit ihrer Optik. Diese Wohnkonzepte bieten Vorteile, von denen die Bewohner der Häuser sowie die Umwelt profitieren.

Begrünte Häuser und Dächer

Die Begrünung übernimmt die Funktion einer Klimaanlage

Begrünte Fassaden und Dächer funktionieren wie eine Klimaanlage, da die Pflanzen die Feuchtigkeit binden. Durch diesen Effekt verdunstet die Feuchtigkeit langsam und kühlt die umliegende Region schrittweise ab. Zur Sommerzeit sind die Häuser dadurch vor starker Hitze geschützt. Zur kalten Jahreszeit sorgen die Pflanzen hingegen dafür, dass die Wärme – dank der schützenden zusätzlichen Dämmschicht – einfach im Haus verweilt. Zugleich binden die Gewächse Feinstaub und schützen die Innenräume vor starkem Lärm.

Nicht einfach mit der Bepflanzung beginnen

Eine Begrünung von kleinen Häusern wie Schuppen oder Garagen können nicht nur Profis vornehmen. Bei einem Wohnhaus ist die Unterstützung durch einen Fachmann hingegen zwingend erforderlich. Schließlich könnte das Gewicht der Pflanzen sowie des gesammelten Regenwassers die Statik beeinflussen. Dieser Effekt könnte insbesondere auf dem Dach zu großen Schäden führen. Erreicht das Wasser eine Höhe von zehn Zentimetern, bildet sich auf jedem Quadratmeter ein Zusatzgewicht von 100 kg heraus. Umso wichtiger ist es in Fällen wie diesen, dass Statiker die Unterkonstruktion auf ihre Tragfähigkeit hin kontrollieren. Wird dieser Zustand nicht überprüft und berechnet, droht das Dach schlimmstenfalls einzustürzen.

Im Zweifelsfall einen Statiker befragen

Zahlreiche Bestandsgebäude verfügen nicht über eine ausreichend hohe Traglastreserve, um überhaupt mit einem Gründach ausgestattet zu werden. Bei zahlreichen Neubauten ist es heutzutage sogar üblich, das höhere Gewicht von Beginn an mit einzuplanen. Besonders gut sind Dächer mit einer Neigung von 5 bis 15 Prozent für eine Begrünung geeignet. Diese Dächer sind so konstruiert, dass die Flüssigkeit davon allein abfließen kann. Ein klassisches Flachdach bedarf einer zusätzlichen Drainage, damit das Wasser abfließt. Ein steileres Dach ist ebenfalls ungünstig. Denn je steiler diese Bedachung ist, umso höher ist das Risiko, dass die Bepflanzung darauf an Halt verliert. Alternativ ist die Unterstützung von Experten gefragt, die Dächer bis zu einer Neigung von maximal 45 Grad begrünen können.

Unterschiede zwischen einer intensiven und extensiven Begrünung

Die Formen der Bepflanzung der Dächer werden zwischen einer extensiven sowie intensiven Dachbegrünung unterschieden. Eine intensive Begrünung bedarf eines besonderen Aufwands. Das Pflegebedürfnis ist mit dem eines Gärtens vergleichbar, der betreten und gehegt werden muss. Deshalb bevorzugen die meisten Hausbesitzer die erste Variante, die auch mit wesentlich weniger Aufwand betrieben werden kann. Bei dieser extensiven Begrünung gedeihen auf dem Dach ausschließlich hitze- und trockenheitsbeständige sowie frostunempfindliche Gewächse, die keiner helfenden Hand bedürfen. Bei diesen Konzepten genügt es, ein- bis zweimal pro Jahr das Unkraut zu beseitigen. Am besten sind für diese Begrünung sogenannte sukkulente Gewächse wie Dachwurz oder Fetthenne geeignet. Außerdem stehen trockenresistente, nicht sukkulente Staudenarten oder Gewürzpflanzen zur Wahl. Für die Pflege der Dachbegrünung sind im Fachhandel besondere Substrate erhältlich, weil klassische Gartenerde für die Pflanzen nicht geeignet ist. Im Optimalfall ist das Substrat ungefähr 12 bis 15 cm stark.

Die Pflanzen mit Bedacht auswählen

Wer sich hingegen für eine begrünte Fassade entscheidet, sollte sich bei der Wahl der Bepflanzung nach der Bauweise des Hauses richten. So kommen sich an der Fassade emporrankende Selbstklimmer nur für fugenlose intakte Gebäude ohne Außendämmung in Frage. Sind in der Fassage Fugen vorhanden, würden die Triebe bis in die Fugen und Spalten hineinwachsen. Mögliche Schäden an der Fassade wären die Folge.

Selbstklimmer sind nicht für alle Häuser geeignet

Generell sollten Hobbygärtner deshalb bedenken, dass Selbstklimmer nicht für vorgehängte, hinterlüftete oder holzbekleidete Fassaden bzw. wärmegedämmte Trapezblechwände oder Vorsatzfassaden geeignet sind. In diese Riege reihen sich ebenfalls Wärmeverbundsysteme ein, für die alternativ wandgebundene Begrünungssysteme oder Gerüstkletterpflanzen in Frage kommen. Eine begrünte bunte Fassade bedarf einer stetigen Pflege. Dann ist für die Bepflanzung zumeist eine lange Lebenszeit garantiert. Damit die Fenster oder auch Regenrinnen jedoch nicht zuwachsen, müssen die Pflanzen auch regelmäßig gekürzt werden. Außerdem sollten Hausbewohner im Vorfeld bedenken, dass eine begrünte Hausfassade auch Insekten anzieht. Wer sich vor Spinnen oder anderen Insektenarten scheut, sollte das Begrünungsprojekt noch einmal genau durchdenken.

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