Solaranlagen und Batteriespeicher - Wann rentieren sie sich?

Zahlreiche Hausbesitzer finden an dem Gedanken Gefallen, eine Solaranlage auf ihrem Dach zu positionieren. Solaranlagen sollen Stromkosten senken, so heißt es. Diese Anlage ist für Häuslebauer ein besonderer Anreiz – in Zeiten steigender Stromkosten. Insbesondere in diesem Jahr gab der Rekordsommer 2018 Besitzern einer Solaranlage Recht. Schließlich wirkte sich der hohe Anteil an Sonnenstunden vorteilhaft auf die Solarenergie aus. Doch es gibt auch einen Wermutstropfen. Meistens scheint die Sonne zu der Jahreszeit besonders stark, zu der wenig Strom verbraucht wird. Ein weiterer Nachteil: wer den Strom an Sonnentagen nicht im eigenen Haus nutzt, profitiert nur wenig von den Vorzügen der Solaranlagen.

Derzeitige Optionen zur Nutzung der Solarenergie

Doch es gibt Lösungen für dieses Problem. Beispielsweise kann der aus der Solaranlage gewonnene Überschuss gegen ein kleines Entgelt ins öffentliche Netz weitergeleitet werden. Das bedeutet in Zahlen ausgedrückt: für eingespeisten Strom erhalten Solaranlagen-Betreiber ein Entgelt von etwa 12 Cent je Kilowattstunde. Wird der Strom im Laufe des Tages jedoch wieder aus dem Netz entnommen, werden 26 Cent pro Kilowattstunde fällig. Auf lange Sicht sinken die Gewinnchancen bei diesem Geschäft sogar. Vermutlich wird sich die Einspeisevergütung innerhalb der nächsten 20 Jahre auf bis zu 3 Cent reduzieren. Im Gegenzug werden sich die Stromkosten nach diesem Zeitraum vermutlich auf wesentlich mehr als die heutigen 26 Cent belaufen.

Batteriespeicher als lukrative Lösung?

Eine Lösung für dieses Problem ist ein Batteriespeicher, über den aus Solarenergie gewonnener Strom zwischengespeichert werden kann. Dieses System rentierte sich bis vor wenigen Jahren aufgrund der hohen Batteriekosten nicht. Allerdings haben sich die Speicherpreise seit 2013 halbiert. Aufgrund dieses Wandels ist es mittlerweile relativ wahrscheinlich, dass eine Kombination aus Solaranlage und Batteriespeicher durchaus gute Renditen einbringt. Als Werte für eine Beispielrechnung bezogen Finanzexperten eine Photovoltaikanlage mit einer Kapazität von 6 kW ein. Wird diese Anlage mit einem Batteriespeicher von 5 kWh betrieben, ergäbe sich bei einer 20-jährigen Laufzeit eine Rendite von 3,1 Prozent. Allerdings sollten für den Erwerb eines Energiespeichers handfeste Gründe vorliegen. So würde sich aus einer Anlage ohne Speicher samt Netzeinspeisung laut Musterrechnung eine doppelt so hohe Rendite aus der Investition ergeben. Ein Plus von 7,2 Prozent käme nach heutiger Meinung von Finanzspezialisten zustande, falls nur eine Solaranlage betrieben und überschüssiger Strom für 12 kWh ins Netz befördert wird.

Finanzielle Risiken können nicht zu 100 Prozent ausgeschlossen werden

Laut Ansicht von Finanzexperten ist die Inanspruchnahme eines Batteriespeichers zwar möglich, aber nicht dringend ökonomisch erforderlich. Allerdings ist der ökonomische Standpunkt für die meisten Kunden auch nicht wichtig. Sie sind vielmehr darauf bedacht, die Energiewende voranzutreiben und kein Geld draufzahlen zu müssen. Heute prognostizieren die meisten Fachleute, dass der Preisverfall für Energiespeicher zukünftig noch höher ausfallen wird. Dieses Blatt würde sich erst wenden, wenn der Mix aus Selbsterzeugung und Speichern zukünftig wesentlich lukrativer ausfallen würde. Derzeit tragen Investoren ein hohes Risiko: sie müssen damit rechnen, dass schon in einigen wenigen Jahren wesentlich bessere Modelle auf dem Markt präsentiert werden – für das gleiche Geld wie für aktuelle Systeme.

Höhere Rendite durch staatliche Zuschüsse

In der Tat ist allerdings schon jetzt davon auszugehen, dass zahlreiche Betreiber eine höhere Rendite erzielen werden. Schließlich haben Finanztester in ihre Beispielrechnungen keine Fördermittel einbezogen. Eine Vergabe dieser Fördermittel ist mit speziellen Auflagen verbunden. Doch wer diese Voraussetzungen erfüllt, darf in einigen Bundesländern wie Baden-Württemberg mit Zuschüssen von bis zu 30 Prozent auf den Einbau der Energiespeicher hoffen. Winkt dieser warme Geldsegen, ist der Einbau der Batteriespeicher ganz gewiss ein gutes Geschäft.

Den Stromverbrauch durch Eigeninitiative verringern

Logischerweise liegen der Musterrechnung der Finanzexperten reine Erfahrungswerte zugrunde. Individuelle Situationen werden von dieser Mustervorgabe natürlich nicht berücksichtigt. Beispielsweise ist davon auszugehen, dass hauptsächlich in den eigenen vier Wänden lebende Senioren einen anderen Stromverbrauch als berufstätige Ehepaare haben. Wer generell umweltbewusst lebt und auf den Stromverbrauch achtet, muss generell keine zu hohen Kosten in Energie investieren. Partiell lässt sich der Stromverbrauch beeinflussen, indem der Betrieb von Geräten wie Wäschetrocknern oder Geschirrspülern durch umweltfreundliche Programm erfolgt. Als besonders rentabel wird der Betrieb eingeschätzt, wenn eine Klimaanlage beispielsweise durch Solarstrom aktiviert wird. Ein deutlicher Vorteil dieses Systems: ist eine Klimaanlage mit Solarstrom verbunden, läuft das Gerät dann auf Hochtouren, wenn die Solaranlage auf dem Dach besonders viel Sonne in Energie umwandelt.

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