Traum von der eigenen Immobilie für Niedrigverdiener

Nur wenige wirtschaftliche Probleme sind in Deutschland derzeit so allgegenwärtig wie die Wohnungsnot. Immobilienpreise kennen nur eine Richtung – steil nach oben. Deshalb können sich häufig noch nicht einmal mehr Gutverdiener den Wunsch von den eigenen vier Wänden erfüllen. Studien belegen jedoch, dass sich die meisten Deutschen ein Leben im eigenen Zuhause wünschen. Damit erfüllen sich Immobilienbesitzer nicht nur einen Herzenswunsch. Viele Experten für Altersvorsorge betrachten ein Eigenheim außerdem als probates Mittel gegen Altersarmut.

Traum von der eigenen Immobilie für Niedrigverdiener

Wenn Wunschdenken und Realität auseinanderklaffen

Doch die Realität sieht anders aus. Immer mehr Menschen müssen den Wunsch von einem Leben in den eigenen vier Wänden begraben. Um die Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit jedoch zu schließen, legte das Deutsche Institut für Wirtschaftsförderung Berlin, das DIW, vor einigen Tagen einen neuen Vorschlag vor. Für DIW-Forscher Markus Grabka und Finanzberater Peter Gründling gibt es durchaus einen Weg, um die Kluft zu kompensieren – den Mietkauf. Bei diesem Konzept errichtet der Staat Mehrfamilienhäuser, in denen Wohnungen für einkommensschwache Familien erbaut werden. Diese Familien zahlen dem Staat gegenüber in jedem Monat eine bestimmte Summe ab, die ungefähr mit der ortsüblichen Miete übereinstimmt. Allerdings nimmt die Vertragspartei hierbei keine klassische Mietzahlung vor, sondern leistet kleinere Kauf-Tranchen. Dadurch wandeln sich die einstigen Bewohner der Immobilien zu deren Eigentümern.

Unterstützung für Familien mit Wunsch nach einem Eigenheim

Diese Idee soll insbesondere Niedrigverdienern helfen, trotz geringen Kapitals eine Wohnung auf dem freien Markt zu erwerben. Hauptsächlich sollen Familien von diesem Konzept profitieren, deren ältestes Mitglied älter als 40 Jahre ist. Denn das größte Problem besteht laut Experten im mangelnden Eigenkapital. Schließlich ist es vielen Familien aufgrund der hohen Mieten und ansteigender Immobilienpreise schlichtweg unmöglich, sich nebenbei Eigenkapital anzusparen.

Ist das geringe Zinsniveau für Kredite ein Vorteil?

Doch auf der anderen Seite präsentiert sich Deutschland aktuell als ein Land, in dem Kredite aufgrund des geringen Zinsniveaus weitgehend ohne Kosten aufgenommen werden können. Von diesem Zinsvorteil sollen nunmehr Familien profitieren, die die Wohnungen als Erbpacht nutzen könnten. Der Staat müsste mit diesem Konzept so gut wie keine Kosten investieren. Allerdings müsste die Staatskasse dennoch für einen Inflationsausgleich sowie eine Anschubfinanzierung aufkommen. Deshalb ist das Mietkaufmodell nicht nur eine besonders effektive Methode, damit sich mehr Menschen den Wunsch von einem Eigenheim erfüllen könnten. In Anbetracht spezieller Förderinstrumente wäre außerdem eine recht kostengünstige Finanzierung möglich. Diese Idee veranschaulichen die Experten mit einer Beispielrechnung.

Eine Beispielrechnung

Betrachtet man eine 100 Quadratmeter große Wohnung mit einem Wert von 212.000 Euro, könnte eine Familie eventuell 756 Euro je Monat bezahlen. Bei diesem Modell würde es 33 Jahre dauern, bis der Wohnraum der Familie gehören würde. Könnte die Familie sogar 933 Euro je Monat in das Objekt investieren, würde sich der Eigentümerwechsel schon nach 24 Jahren vollziehen. Die vorgeschlagenen Werte orientieren sich in etwa an den Kosten, die Familien in Deutschlands Großstädten durchschnittlich an Miete berappen müssen.

Viele Fragen bleiben offen

Ob dieser Vorschlag jedoch in dieser Weise in die Tat umgesetzt werden kann, steht derzeit noch in den Sternen. Beispielsweise stellt sich die Frage, wer in diesem Fall vom „Mietkauf zum Nulltarif“ profitiert. Außerdem könnte eine Änderung des Zinsniveaus auch eine Änderung dieses Konzepts bewirken. Zudem müsste geklärt werden, wie das Land die benötigte Anzahl an neuen Häusern erbauen sollte. Und wo sollte sich der Wohnraum befinden? Schenkt man der Studie Glauben, könnten etwa 500.000 Haushalte in den nächsten zehn Jahren von dieser Idee profitieren. Dadurch wären bei einer Annahme von zehn Wohneinheiten je Mehrfamilienhaus insgesamt 500.000 neue Mehrfamilienhäuser erforderlich. Diese Immobilien müssten natürlich in der Nähe der Großstädte errichtet werden, in denen die meisten deutschen Familien ansässig sind. Deshalb bleibt abzuwarten, inwiefern sich dieser Vorschlag zukünftig überhaupt durchsetzen könnte.

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