Jeder siebte Deutsche investiert hohe Einkommensanteile in die Miete

Statistiken bilden ein erschreckendes Bild über den Immobilienmarkt in Deutschland ab. Nahezu jeder Siebte musste in Deutschland zuletzt über 40 Prozent des verfügbaren Haushaltseinkommens ins Wohnen investieren. Diese Zahlen gelten für das Jahr 2017. Allerdings zeichnete sich eine entsprechende Tendenz auch schon 2010 ab.

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Hohe Wohnkosten als "unzumutbare Belastung"

Die wohnungspolitische Sprecherin der Linksfraktion Caren Ley äußerte sich kritisch über diesen Zustand. Ihrer Meinung nach seien die hohen Wohnkosten eine "unzumutbare Belastung, die insbesondere Probleme für gering- und normalverdienende Haushalte" verursache. Allgemein seien maximal 30 Prozent vertretbar. Laut Lays Meinung "darf es nicht sein, dass Haushalte bei Ausgaben für Information, Bildung oder Essen sparen müssen, nur um ihre Miete begleichen zu können".

Spitzenreiter unter ansteigenden Mietkosten: Berlin

Als verfügbares Haushaltseinkommen wird das finanzielle Budget bezeichnet, das nach Abzug direkter Steuern sowie Sozialabgaben für private Ausgaben verfügbar ist. Die Wohnkosten schließen Energie- und Nebenkosten sowie bei Mietern auch die Miete ein. Im Gegenzug erhöhten sich die Angebotsmieten in vergangener Zeit und damit auch die Beträge, die in Wohnungsannoncen gefordert werden. Zwischen 2008 und 2010 erhöhte sich die Nettokaltmiete bei Erst- und Wiedervermietungen durchschnittlich bundesweit um 2,2 Prozent. Von 2016 bis 2018 steigerte sich der Anteil um rund zehn Prozent auf etwa 8,41 Euro je Quadratmeter. Insbesondere beim Vergleich der sieben größten deutschen Städte stach der Anstieg in Berlin mit einer Steigerung von knapp 20 Prozent im Zweijahreszeitraum vor 2018 besonders hervor.

Ein eklatanter Anstieg der Mietkosten

In der Bundeshauptstadt forderten Vermieter von Wohnungssuchenden etwa doppelt so hohe Mieten wie zehn Jahre zuvor ein. Die höchste Nettokaltmiete wurde in Deutschlands Großstädten mit einem Schnitt von 17,73 Euro je Quadratmeter verzeichnet. Wesentlich erfreulicher sind die Zahlen, wenn neben den Angebotsmieten ebenfalls sogenannte Bestandsmieten aus laufenden Mietverträgen berücksichtigt werden. In Anbetracht dieser Zahlen betrachte das Innenministerium die Zahlen sogar als moderat. Denn werden alle Mieten zusammen berücksichtigt, beträgt der Anstieg im Jahr 2018 nur 1,6 Prozent und ist dadurch geringer als die Inflationsrate von 1,8 Prozent.

Ein Wechsel in eine neue Wohnung ist zumeist mit höheren Mietkosten verbunden

Diese Zahlen bestätigen sich auch längerfristig. Beispielsweise sind die Mieten seit 2006 um insgesamt 16 Prozent angestiegen, die Verbraucherpreise im Gegenzug um 18 Prozent. Das bedeutet für potentielle Mieter auf der Suche nach einer neuen Bleibe jedoch, dass ein Wechsel in ein neues Zuhause zumeist mit einem deutlichen Kostenanstieg verbunden ist. Doch laut Lay als stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der Linken gibt es noch mehr Grund zur Kritik. Sie kritisiert nicht nur die dramatisch angestiegene Wohnungslosigkeit und explodierende Mietkosten. Außerdem stehen deutschlandweit zu wenig Sozialwohnungen zur Verfügung.

Es mangelt an Sozialwohnungen

Diesen Zahlen zufolge reduzierte sich der Anteil von mit staatlich regulierten Mieten verbundenen Sozialwohnungen seit 2006 um über 40 Prozent. Ein Grund für diese Entwicklung ist die Tatsache, dass Sozialwohnungen nach einem bestimmten Zeitraum schlichtweg aus der Bindung fallen und dann auf dem freien Markt zur Miete angeboten werden können. Für den sozialen Wohnungsbau sind zwar eigentlich die Länder verantwortlich. Doch der Bund fördert deren Erbauung zusätzlich. Dadurch geht der Anteil an Sozialwohnungen schrittweise zurück.

Lays Forderung: Mietkosten deutschlandweit deckeln

Laut Lays Aussagen sei Berlin ein gutes Beispiel für den Neubau von Sozialwohnungen. Denn in der Bundeshauptstadt versucht die Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompschwer, steigenden Mieten mit einem Kostendeckel entgegenzuwirken. Diese Regelung soll ein Maximum von 3,42 bis 7,97 Euro an Kaltmiete pro Quadratmeter inkludieren. Deshalb wäre es nach Lays Aussicht angebracht, diesen Mietendeckel bundesweit zu etablieren und dadurch den stetigen Anstieg der Mietkosten zu reduzieren.

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